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„Es hängt so viel von einer zukunftsgewandten, grünen Wirtschaftspolitik ab. Die Weichen dafür werden im September neu gestellt.“

Nicole LudwigSprecherin für Wirtschaft und Sport

Anderthalb Jahre. So lange begleitet uns die Corona Pandemie bereits, gemessen am ersten Berliner Lockdown im März 2020. 18 Monate in denen harte Entscheidungen getroffen werden mussten, in denen viele Branchen an die eigene Existenzgrenze gingen, um die Gesellschaft zu schützen – aber auch 18 Monate in denen Solidarität auflebte, in denen Hand in Hand an Unterstützungsprogrammen gearbeitet wurde. Was definitiv zurückbleiben wird ist eine Zeit, welche die Zukunft der Berliner Wirtschaft nachhaltig prägen wird.

Das Corona-Management in Zahlen:

Im Zeitraum März 2020 bis Juli 2021 hat die IBB für Berlin in 23 Programmen knapp 4,5 Mrd. Euro ausgezahlt. Insgesamt wurden 215.334 Soloselbständige gefördert, in den übrigen Unternehmen konnten 441.069 Arbeitsplätze über die Pandemie hinweg gesichert werden.

Quelle: IBB, Stand: 12.07. 

Seit anderthalb Jahren steht das Thema für mich als Wirtschaftssprecherin der Fraktion selbstverständlich ganz oben auf der Tagesordnung – im vergangenen Jahr insbesondere in Form von Krisenkommunikation, Erfahrungsberichten und Hilfestellungen in wöchentlichen Corona-Sprechstunden, Terminen mit Betroffenen und Debatten im Parlament. 2021 rückte dann eine weitere Diskussion in den Vordergrund: Wie wir Corona auch als Chance begreifen können, um unsere Wirtschaft sozial-ökologisch zu transformieren. Dies haben wir als Fraktion ausführlich in Positionspapieren zu einem Konjunkturprogramm und der Zukunft des Einzelhandels dargestellt.

Klar ist: Die Pandemie hat der Erfolgsgeschichte der Berliner Wirtschaft, welche in den Jahren zuvor stets gegenüber dem Bundesdurchschnitt überdurchschnittlich wuchs, einen klaren Dämpfer verpasst. Nicht zu verwunderlich, insbesondere hinsichtlich der starken Bedeutung welche Gastronomie, Tourismus, Kreativbranche und das Dienstleistungsgewerbe in Berlin haben. Lockdown und Kontakteinschränkungen schlugen hier besonders hart zu. Umso erfreulicher die Nachricht, dass es manchen Branchen schon heute besser geht als weitläufig vermutet wurde – beispielsweise den Kinos oder auch in Teilen des Einzelhandels.

Hier haben Hilfsprogramme gewirkt, Landesförderungen konnten Lücken schließen und der politische Wille auch das Vertrauen dafür schaffen, dass die Pandemie wirtschaftlich zu überstehen ist.

Inzwischen zeichnen sich jedoch auch weitere Gründe ab, warum Berlin verhältnismäßig gut durch die wirtschaftliche Notlage navigiert. Eine breite Diversifikation, ein hoher Grad an Spezialisierung sowie die schrittweise Etablierung neuer Wachstumsbranchen wie die Gesundheits- und Digitalwirtschaft haben in Berlin eine resiliente Struktur entwickelt, die sich als besonders krisenfest erwies. So resümieren es auch unsere Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und der ehemalige IBB-Chef Jürgen Allerkamp in einer ersten Bilanz.

Und auch wenn man sich bei diesen Schlagzeilen auf dem richtigen Weg wähnen kann – es bleibt viel zu tun. Das Messe- und Kongressgeschäft wird sich fundamental verändern, das Standortmanagement wichtiger Geschäftsstraßen muss nachhaltiger und grüner werden, Zwischennutzungen und Mischkonzepte zur Stärkung der Aufenthaltsattraktivität gefunden werden.

Nicht zuletzt die Corona-Krise zeigt mir und vielen Unternehmer:innen: Es hängt so viel von einer zukunftsgewandten, Grünen Wirtschaftspolitik ab. Die Weichen dafür werden im September neu gestellt.

Dies war der erste Teil meiner Rückschau auf meine parlamentarische Arbeit. Anknüpfend daran blicke ich im nächsten Newsletter auf die Zukunft der Grünen Wirtschaftspolitik.