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Die Klimakrise schreitet bedrohlich voran. Schnell fällt der Blick auf die Wirtschaft, wenn es um die Zukunft unseres Planeten geht. Grünes Wachstum in der Klimakrise – kann das funktionieren?

Nicole LudwigSprecherin für Wirtschaft, Forschung und Sport

Bereits Anfang des kommenden Jahrzehnts könnte unser CO2-Budget aufgebraucht sein, das unser Planet noch aufnehmen kann, ohne irreversiblen Schaden zu nehmen. Eine große Bewegung fordert von der Politik konsequentes Handeln ein, um das im Pariser Klimaabkommen genannte 1,5-Grad-Limit nicht zu reißen. Zu Recht, denn mit dem Klima lässt sich nicht verhandeln!

Gemeinsam mit der Klimabewegung sowie Wirtschaft, Wissenschaft und Berliner Stadtgesellschaft gehen wir ran an die schwierigen Fragen im Klimaschutz. Daher hatten wir für den 22. Januar 2021 zur digitalen Klimakonferenz unserer Fraktion eingeladen. Unter dem Motto „Berlin for Future: Wie gelingt radikal-vernünftiger Klimaschutz?“ diskutierten wir, wie wir Berlin schneller klimaneutral umbauen können, ohne die Menschen unserer Stadt auf dem Weg dorthin zu verlieren.

In einem Workshop unter meiner Moderation, haben wir dabei die „Wachstumsfrage“ gestellt und zu Grünem Wachstum und Postwachstum diskutiert.

Viele engagierte Unternehmer*innen unserer Stadt haben sich dem grünen Wachstum verschrieben und argumentieren, dass Wachstum innerhalb der planetaren Grenzen auch weiterhin möglich ist. Dagegen halten Ökonom*innen und Zukunftsforscher*innen, welche eine Transformation in ein Postwachstums-Modell fordern, welches auch eine schrumpfende Wirtschaft vorsieht.

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Darum ging's auf der Konferenz – hier im Video!

Dass sich etwas ändern muss, darin waren sich jedoch alle Beteiligten einig:

 „Wir benötigen einen Wandel hin zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft, die innerhalb der planetaren Grenzen wirtschaftet.“

Herr Weckmann (Märkisches Landbrot) verwies auf die Bedeutung von Kooperation und gemeinschaftlichem Handeln. Nicht ohne Grund stünden die Biobäcker in Berlin trotz einer besonders kompetitiven Branche gut da.

Dem stimmte Herr Vagt (IHK) zu, sieht aber einige Aspekte der Postwachstumsökonomie kritisch. Die Pandemie habe gezeigt, welche negativen Auswirkungen es hat, wenn große Teile der Wirtschaft radikal heruntergefahren werden.

Wie ein großer Konzern sein Geschäftsmodell in Richtung Kreislaufwirtschaft umbauen kann, davon berichtete Frau Dulko-Gaszyna (IKEA), welche IKEAs Nachhaltigkeitsstrategie vorstellte. So habe IKEA im vergangenen Jahr in einer großangelegten Aktion gebrauchte Möbelstücke aufgekauft, repariert und weiterverwertet.

Herr Höhn (Florida Eis) ist mit seinem Unternehmen schon länger auf dem Pfad Klimaneutralität mit nachhaltigem Wachstum zu verbinden, fordert aber konsequentere Unterstützung durch die Politik, insbesondere im Bereich der Elektromobilität.

Auch einen Mittelweg sieht die Moderatorin des Workshops, Nicole Ludwig (Grüne): Wachstum in bestimmten Bereichen ist notwendig und richtig, um die Transformation zu erreichen. Zum Beispiel kooperative und solidarische Wirtschaft, Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energie-Produktion. Andere Bereiche werden schrumpfen müssen. Doch am Ende bleiben ein fairer Wettbewerb, Innovationsfreudigkeit und technischer Fortschritt ein notwendiger Motor für eine Grüne Wirtschaft, um die eigene Wachstumsabhängigkeit reduzieren zu können.