Auch wenn heute noch Autobahnen wie die Avus den Verkehr in die Stadt bringen – in Zukunft wird das anders sein. Deshalb braucht es eine integriertes Verkehrskonzept und einen stadtverträglichen Umbau des Dreieck Funkturm.

Nicole LudwigSprecherin für Wirtschaft, Forschung und Sport

Eine „Variante für die Stadt!“ – das forderten rund 180 Menschen am vergangenen Samstag und unterstrichen damit die politische Forderungen nach einem stadtverträglichem Umbau des Autobahndreiecks Funkturm. Gemeinsam hatten die Nachbarschaftsinitiative Alt-Westend und das Kiezbündnis Klausenerplatz zu der Demonstration aufgerufen. Dieser folgt auf die Präsentation der neuen Planungsvariante, welche die Deges nach mehreren Veranstaltungen mit Bürgerbeteiligung im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt hatte.

Die Planungsänderung, welche die Anwohner*innen in Eichkamp und Heerstraße nach monatelangen Protesten erzielen konnten ist zwar ein Teilerfolg der auch von den Organisatoren begrüßt wird, geht jedoch in seiner aktuellen Form zu Lasten der bevölkerungsreichen Kieze Alt-Westend und Klausenerplatz. Berechnungen zufolge müssten Anwohner*innen der Knobelsdorff- und der Reichsstraße mit täglich 600 bis 700 Fahrzeugen mehr rechnen.

Darum fordern Nicole Ludwig, für Charlottenburg-Wilmersdorf Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin, und die Grüne BVV-Fraktion einen stadtentwicklungspolitischen Masterplan für das ganze Gebiet entlang der Autobahn (>> mehr dazu hier): „Punktuelle Veränderungen lösen keine strukturellen Probleme.

Wir brauchen endlich einen verkehrsplanerischen Masterplan als gesamtstädtisches Konzept, das auch die Rudolf-Wisell-Brücke oder die Machbarkeitsstudie zum Autobahn-Deckel berücksichtigt. Aber: Unser erklärtes Ziel ist es, weniger Verkehr in die Stadt zu tragen und stattdessen Alternativen wie Bahn, Bus und Rad zu fördern!“, erklärt Nicole Ludwig.

In einem ersten Schritt ist die Berücksichtigung des Alternativvorschlags des Berzirksamtes notwendig, welcher die Beibehaltung der direkten bestehenden Aus- und Einfahrten beinhaltet. Die BVV hatte in ihrer Stellungnahme diese Alternativplanung des Bezirksamtes einstimmig favorisiert. Nun ist die Deges gefordert, auf den breiten Protest einzugehen.