Es braucht ein neues Nutzungskonzept für den Olympiapark – darin sind sich alle einig. Jetzt gilt es Sport, Denkmal, Menschen und Natur in Einklang bringen und so den Park weiterzuentwickeln.

Nicole LudwigSprecherin für Wirtschaft, Forschung und Sport

Nicht immer nur über das Olympiastadion und Herthas Neubaupläne reden – sondern das gesamte Gelände des Olympiaparks in die Diskussion nehmen. Das war das Ziel der Podiumsdiskussion am 28. März, welche sich der Zukunft und Perspektive des Parks widmete. Der Einladung der Grünen Landespolitikerin Nicole Ludwig (Sprecherin für Sport) und der Grünen BVV-Fraktion Charlottenburg-Wilmersdorf waren knapp 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger gefolgt.

In der Runde, in welcher neben den Gastgeberinnen auch der Staatssekretär für Sport, das Landesdenkmalamt, der Landessportbund, der Bezirksstadtrat, ein Projektentwickler und die IG Ruhleben präsent waren, ging es dann auch ums große Ganze: Wie kann der Olympiapark aufgewertet werden, dessen Flächen bisher kaum berührt im Dornröschenschlaf liegen?

Die Vision, das Gelände zu einem öffentlich-zugänglichen Sport- und Freizeitareal zu entwickeln, existiert schon länger. Auch der Staatssekretär Dzembritzki erinnerte daran und stellte seine eigene Idee vor: „Der Olympiapark soll ein Leuchtturm für den Leistungs- und Breitensport werden.“ Bisher fehlt jedoch ein schlüssiges Gesamtkonzept, welches zukünftige Nutzungsgruppen einbezieht, fand auch der Direktor des LSB, Friedhard Teuffel. Er plädierte dafür, den Park endlich für die Anwohner zugänglicher zu machen – zum Beispiel mit attraktiven Joggingstrecken: „Sport lebt von Bewegung und bei vielen Flächen, wie beim Reiterstadion müssen wir die Frage klären: Wie kann man das mit Sport füllen?“. Zwei Anwohner*innen aus dem Publikum bekräftigten diese Position; das Gelände sei aufgrund von vielen Bordsteinen und der Schranke am Eingang mit dem Fahrrad nur schwer zugänglich, Kinder aus der Umgebung die auf dem Gelände Fußball spielen wollten, würden vom Sicherheitsdienst verjagt.

Dass die Weiterentwicklung des Olympiaparks einiges an Geld kosten wird, stellte der Projektentwickler Klaus Zahn, dar. Er hat im Auftrag der Senatsverwaltung an einer Studie zum Sanierungsbedarf mitgearbeitet und schätzt den Gesamtbedarf bis 2050 auf 560 Millionen Euro. Der hohe Investitionsbedarf öffnet zwar auch Spielräume für die zukünftige Gestaltung und Ausrichtung des Parks, ist aber vom Land Berlin kaum zu stemmen. Hier brachte der Direktor des Landesdenkmalamts, Dr. Christoph Rauhut, den Bund ins Spiel. Er schlug vor, dass dieser sich finanziell an der Sanierung des einzigartigen Geländes beteiligen sollte, da dieses ein „nationales Denkmal“ und damit förderungswürdig mit Bundesmitteln sei.

Auch der Denkmalschutz ist laut Rauhut mit einer Weiterentwicklung des Geländes einverstanden, solange die zentralen Sichtachsen nicht angetastet werden. Dazwischen gäbe es jedoch Freiräume, wie beispielsweise dort, wo aktuell bereits die Planungen für zwei Kunstrasenplätze vorangeschritten sind. Hier soll zukünftig Hockey und Blindenfußball gespielt werden können.

Pläne, die Entwicklung des Geländes voranzutreiben, gibt es bereits. In der Senats-Sportverwaltung wird eine Machbarkeitsstudie ausgearbeitet. Die Ergebnisse möchte Staatssekretär Dezembritzki demnächst dem Hauptausschuss vorlegen.